Die beiden Raben kamen am Abend, setzen sich der eine links, der andere rechts auf meine Schultern
der eine kennt meine Gedanken, der andere lässt mich erinnern – beides gleicht sich
ich begrüße beide
in der Dunkelheit tanzt der Regenbogen.
bittersüß manchmal provokant
Die beiden Raben kamen am Abend, setzen sich der eine links, der andere rechts auf meine Schultern
der eine kennt meine Gedanken, der andere lässt mich erinnern – beides gleicht sich
ich begrüße beide
in der Dunkelheit tanzt der Regenbogen.
Waves, gentle
like the steady movement
of wings from a great flock of birds
Sunbeam gilded
reflecting the azur of the sky
our boat caressed from soft movements
in the gentle sound of the sea
our kisses.
Er blickt auf Jahre, als Zeit nicht auf seiner Seite war. Jahre verronnen wie feiner Sand in einer Sanduhr.
Nur er konnte nicht umdrehen und einen anderen Weg wählen.
An manche Jahre erinnert er sich nur vage, weil er auf SUCHT-Modus gestellt war, unfähig seinen Stillstand wahrzunehmen, in dem vieles verloren ging, auch das, was er bereits fest in den Händen gehalten hatte.
Dann Jahre, in denen er versuchte, sich selbst wiederzufinden.
Wann hatte die Suche begonnen und was suchte er?
Hätte er es gefunden, wüsste er das.

© all rights reserved by Gabriele Fischer -Visaggio, Tusche, Wachs, 21 x 29 cm, 2023
Warum schreibst du Kurzgeschichten, kurz Gedichte? Fällt dir nichts ein?
Kurz schreibe ich dazu etwas. Kurz lässt Raum für schnelle eigene Gedankenbilder der Leser und Zuhörer. Aufzeigen, fesseln, wenig Zeitraum geben für Ablenkung, darin liegt die Sinnhaftigkeit meiner Shorts.
kkl Kunst-Kultur-Literatur Magazin,
Ein unabhängiges Online- Magazin für Kunst, Kultur und Literatur.

Demut und Wehmut tanzen zu fröhlichen Klängen in alten Gemäuern.
Durch Fenster, Blicke zum Garten hin
da wachsen üppig die Blumen im Sonnenschein.
Bäume, alt und grün, erinnern sich
Der Wind bläst in der Gegenwart.
Wenn die braun gefiederte Greifvogelschar über das Land fliegt
ihre zum Haken gekreuzten Schnäbel öffnen und krächzen. Nahrung für ihre eigene Brut suchen.
Stehen Starke und Mutige auf, bereit, Freiheit und Gleichheit zu verteidigen.
Unser Horizont soll sich nicht braun färben.
© all rights reserved by Lyra 2023
Bei Regen wollte ich Brot kaufen
Blues hält mich in mir fest
wenn ich wieder durch´s Fenster nach draußen in die Sonne sehen kann
kauf ich mir den Soundtrack aus Love Song for Bobby Long
Neulich ist mir in meinem Kiez aufgefallen, dass hier eine neue Ära begonnen hat. Kann sein, dass andere es vor mir bemerkt haben. Mir ist es entgangen. Mein eigener Veränderungsprozess das Älterwerden hat mich beschäftigt. Werde ich schon anders wahrgenommen oder überhaupt mit meiner Individualität noch gesehen?
Das Alter repräsentierte für mich bisher eine alte Frau aus unserem Kiez. Wenn ich sie sah, dachte ich an ein Fossil, das ausgegraben worden war, in dem noch etwas Leben steckte. Von alten Fotografien, die ich mir in meiner Kindheit im Spreewald anschaute, kenne ich die Muhmen, alte vermummte Frauen, die aus einer geöffneten Zeitkapsel entwichen schienen. Große Tücher, dreieckig gefaltet, weit über die Schulter reichend, am Rücken, die Spitze des Tuches, eng am Kopf gebunden, die Haare verborgen. Zerfurchte Gesichter eingerahmt. Lange weite Röcke, darüber Schürzen, Strickjacken, selbst gestrickt auch die Strümpfe. Holzpantinen, eine Kiepe aus Weidenruten, geflochten auf dem Rücken. So bekleidet, nur ohne Kiepe, schlurfte auch die Alte um den Häuserblock, untergehakt bei ihrem greisen Mann in seiner abgewetzten Anzughose, gestreift, mit weitem Bein, eine Bügelfalte konnte man noch erahnen, Strickjacke, darüber eine Weste, Schiebermütze. Miteinander sprechen habe ich die beiden nie gesehen.
Auch sah ich sie von meinem Balkon aus am offenen Fenster ihrer Wohnung alleine ohne ihren Mann sitzen, immer mit Kopftuch. Nachts brannte in ihrem Fenster Licht, das konnte ich bei meiner nächtlichen und frühmorgendlichen Zigarette sehen. Im vergangenen Sommer beobachtete ich Renovierungsarbeiten in ihrer Wohnung, von der Wohnbaugesellschaft ausgeführt. Neue Mieter zogen ein, mit kleinen Kindern.
Beide im Seniorenheim oder verstorben? So spekuliere ich. Vor ein paar Tagen beim Joggen auf dem geraden Weg, der quer durch den Park führt, erkenne ich sie schon von weitem, die Alte, das Fossil. Sie war noch da, als ich an ihr vorbeilief, nickte ich ihr zu, lächelte sie vertraut an. Sie stand da wie ein Denkmal, ihre Augen ausdruckslos, nicht offen für ihre Umgebung, starr in eine andere Zeit zurückblickend.

© by Philipp Wieder- trockene Blätter
Wenn ihr das kleine Land der Dichter und Denker auf der Landkarte sucht, ist es noch zu finden. Lasst euch nicht täuschen.
Fakt: Im Land der Dichter und Denker wurden Künstler in Nervenheilanstalten in Lager gesperrt, in die Flucht getrieben, deren Werke vernichtet.
Heute wird sich mit Gedichten, Erzählungen und Zitaten aus dem Club der toten Dichter geschmückt.
Von Foodporn und geistig Schläfrigen benutzt, ausgeschlachtet, gedruckt und versandt.
Neue Denker und Dichter, die unser Zeitalter spiegeln, Stimmen erheben, sind jetzt schon tote Denker und Dichter.
KI lässt Grüßen.
© by Lyra
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