
Nebeltropfen vermischen sich mit Tränen
auflösende Illusionen
reissen Löcher in Herzen
Einsam weinen Bäume.
© by Lyra Nov. 2025
Inspiration: „Nebel“ – Hermann Hesse
bittersüß manchmal provokant

Nebeltropfen vermischen sich mit Tränen
auflösende Illusionen
reissen Löcher in Herzen
Einsam weinen Bäume.
© by Lyra Nov. 2025
Inspiration: „Nebel“ – Hermann Hesse
„Weißt du, dass Mona in der Psychiatrie ist?“
Wie das Aufprallen einer Münze, die auf harten Boden fällt und weiter rollt, landet Laras Stimme in meinem Fantasiezustand.
„Nee“, antworte ich hastig, damit ich nicht wieder abdrifte und an das Gesicht denke, das mich so körperlich elektrisiert und alle Formen von Begierde in mir auslöst. Ich kann mir nicht erklären, was da in mir geschieht.
Man begehrt, was man sieht – habe ich mal gelesen. Ich nehme mir vor, Eric aus Schweden nicht mehr auf Social Media zu folgen. Wir folgen uns gegenseitig und schreiben uns.
Wahrscheinlich habe ich ein Mangelerleben, das ich noch nicht erkannt habe. Ich werde darüber nachdenken – kontemplieren. Und sollte jemand einen Fluch auf mich gelegt haben oder ich unter einem Bann stehen, dem ich mich kaum entziehen kann, werde ich ein Fluch- und Bannverdammungsritual durchführen. Davon habe ich auf YouTube gehört.
„Lara, erzähl, warum ist Mona in der Psychiatrie? Sie wirkte auf mich total bodenständig und nett.“
„Ich habe gehört“, erwidert Lara, ihr Freund – also, ohne Plus –, mit dem sie als WG zusammenlebte, hat monatelang versucht, Mona wieder in die reale Welt zu holen.
Sie hatte sich wohl virtuell total in einen Typen aus den USA im Netz verknallt. Saß nur noch am PC, im Schlafanzug, ungewaschen, mit Wein und Schokolade neben sich – um seine Posts zu liken.
Nachts stand sie wegen der Zeitverschiebung auf und freute sich, dass er anscheinend immer online war, wenn sie ihren Account checkte. Sie wertete das als Interesse an ihr. Dass er vielleicht einfach nie seinen PC oder Notebook ausschaltete, wollte sie nicht glauben.
Sie buchte einen Flug in die USA, um bei seiner Lesung in einer kleinen Buchhandlung in Gonzales, Texas, dabei zu sein.
„Anscheinend ist sie dort völlig ausgerastet, als sie in seiner Story <Possessed> von einer Person hörte, die ihn auf Facebook und Instagram folgte und ihm sogar geschrieben hatte, dass sie zu seiner Lesung komme.
Mona rannte zum Lesepult, warf seine Bücher nach ihm und riss einzelne Seiten aus dem Exemplar, das er gerade las.
Es dauerte anscheinend eine Weile, so berichteten es die anderen Zuhörer, bis die schockierte Inhaberin der Buchhandlung die Cops rief, die Mona schließlich abführten.
Ihre Eltern wurden informiert, sie abzuholen – unter der Auflage, dass Mona sich in psychologische Betreuung begibt und einen Nachweis darüber erbringt. Nur so konnten sie verhindern, dass sie in den USA hospitalisiert wird – und die Kosten dafür von ihr oder ihren Eltern getragen werden müssen.
„Mehr weiß ich auch nicht.“
Mir ist total übel. Was, wenn mir Ähnliches wegen Eric passiert?
Ich verabschiede mich hastig von Lara.
„Meld dich, Ciao – bis zum nächsten Mal!“, ruft sie mir nach.
Ich renne nach Hause, schalte mein Notebook ein und lösche alle meine Accounts.
Mit dem letzten Funken Verstand halte ich mich gerade noch davon ab, mein Notebook an der Tischplatte zu zertrümmern.
Hektisch suche ich nach den Unterlagen über das Fluch- und Bannauflösungsritual, die ich ausgedruckt hatte.
© all rights reserved by Lyra 15.11.2025

Zeichnung by Gabriele Fischer, Augsburg “ You see“, Mitglied im Berufsverband Bildener Künstlerinnen- Schwaben. (I see, „You see“, jetzt bei mir zu Hause)
in Buchhandlungen auch als E-Book erhältlich.
Genre: Poesie über die freieren Formen der Romantik bis hin zur experimentellen Poesie des 20. Jahrhunderts.

Mein herzlicher Dank geht an Leonardo Voci für das Book Cover,
an
Gabriele Fischer, James Belcher und Robert Köhler, die mir ihre Werke für meine Texte auch schon im Vorab für meinen Blog zur Verfügung gestellt haben.
es tut sich nichts
Einer steht da
starr im schwebenden Staub, Rundblick, links, rechts, aufwärts
Wolken weiß an den Himmel geklebt, ausgebreitete Flügel schwebend im Blau, kein Laut.
Gedanken wie feiner warmer Sand träge
losgelöst von den Geräuschen der Stadt, vom Rausch gleißender Lichter nicht durchdrungen
frei.
© by Lyra 03.04.2025
in der Galerie der Träume
tauchen Augen ein in einen AugenBlick
entkleiden Gefühle aus einer Zeit, die nicht mehr ist
Finger streichen über das Gesicht mit diesem AugenBlick
der tief ist
und fremd bleibt.

Er blickt auf Jahre, als Zeit nicht auf seiner Seite war. Jahre verronnen wie feiner Sand in einer Sanduhr.
Nur er konnte nicht umdrehen und einen anderen Weg wählen.
An manche Jahre erinnert er sich nur vage, weil er auf SUCHT-Modus gestellt war, unfähig seinen Stillstand wahrzunehmen, in dem vieles verloren ging, auch das, was er bereits fest in den Händen gehalten hatte.
Dann Jahre, in denen er versuchte, sich selbst wiederzufinden.
Wann hatte die Suche begonnen und was suchte er?
Hätte er es gefunden, wüsste er das.

© all rights reserved by Gabriele Fischer -Visaggio, Tusche, Wachs, 21 x 29 cm, 2023
Im Vorübergehen der Zeit schenke ich dir eine Träne und ein Lächeln.
Du schöne, Sonnen bestrahlte, sanfte,
nach Rosen und Frühling duftende,
dir die Endlosigkeit vortäuschende.
Kleeblatt Suchende.

Bild © all rights reserved by Bine Braun, Klang, Bild, Kreativität, Augsburg
Neulich ist mir in meinem Kiez aufgefallen, dass hier eine neue Ära begonnen hat. Kann sein, dass andere es vor mir bemerkt haben. Mir ist es entgangen. Mein eigener Veränderungsprozess das Älterwerden hat mich beschäftigt. Werde ich schon anders wahrgenommen oder überhaupt mit meiner Individualität noch gesehen?
Das Alter repräsentierte für mich bisher eine alte Frau aus unserem Kiez. Wenn ich sie sah, dachte ich an ein Fossil, das ausgegraben worden war, in dem noch etwas Leben steckte. Von alten Fotografien, die ich mir in meiner Kindheit im Spreewald anschaute, kenne ich die Muhmen, alte vermummte Frauen, die aus einer geöffneten Zeitkapsel entwichen schienen. Große Tücher, dreieckig gefaltet, weit über die Schulter reichend, am Rücken, die Spitze des Tuches, eng am Kopf gebunden, die Haare verborgen. Zerfurchte Gesichter eingerahmt. Lange weite Röcke, darüber Schürzen, Strickjacken, selbst gestrickt auch die Strümpfe. Holzpantinen, eine Kiepe aus Weidenruten, geflochten auf dem Rücken. So bekleidet, nur ohne Kiepe, schlurfte auch die Alte um den Häuserblock, untergehakt bei ihrem greisen Mann in seiner abgewetzten Anzughose, gestreift, mit weitem Bein, eine Bügelfalte konnte man noch erahnen, Strickjacke, darüber eine Weste, Schiebermütze. Miteinander sprechen habe ich die beiden nie gesehen.
Auch sah ich sie von meinem Balkon aus am offenen Fenster ihrer Wohnung alleine ohne ihren Mann sitzen, immer mit Kopftuch. Nachts brannte in ihrem Fenster Licht, das konnte ich bei meiner nächtlichen und frühmorgendlichen Zigarette sehen. Im vergangenen Sommer beobachtete ich Renovierungsarbeiten in ihrer Wohnung, von der Wohnbaugesellschaft ausgeführt. Neue Mieter zogen ein, mit kleinen Kindern.
Beide im Seniorenheim oder verstorben? So spekuliere ich. Vor ein paar Tagen beim Joggen auf dem geraden Weg, der quer durch den Park führt, erkenne ich sie schon von weitem, die Alte, das Fossil. Sie war noch da, als ich an ihr vorbeilief, nickte ich ihr zu, lächelte sie vertraut an. Sie stand da wie ein Denkmal, ihre Augen ausdruckslos, nicht offen für ihre Umgebung, starr in eine andere Zeit zurückblickend.

© by Philipp Wieder- trockene Blätter
Zwei Jungs aus Augsburg, die ihre Musik Voodoo Folk nennen, ihre Lieder schreiben sie meistens selber.
The STANDALS … starteten 2016 mit einem 7“ Single-Release »DO THE TWANG«, waren zuletzt mit dem »KLUB DER IDEALISTEN«
im Hier
und Jetzt.

Alexander Möckl li., Steve Train re.,
Foto: STANDALS by Fabian Möckl
Zwei Gitarren und Gesang.
ALEXANDER MÖCKL ist als Gitarrist bei den Projekten “Pear & Quince”, “The Leadbelly Project” und “The Voodoophonics” mit seinem Album “IchMelo” (Randstock) die American-Primitive-Guitar-Welt. in Erscheinung getreten.
STEVE TRAIN ist seit knapp 10 Jahren mit seiner Band “Bad Habits” unterwegs und als DJ und Veranstalter Mitinitiator der Clubreihe “Go Go Club”,
Der Bandname Zwei Gitarren und Gesang.
ST eve AND AL exander
ist ein Akronym das aus den Vornamen von Steve und Alexander entstand.
Jetzt, mit drittem Mann, Max Messer, wird der Bandname auch nicht verändert – da sind sie sich einig!

Max Messer, Steve Train, Alexander Möckl; Foto: STANDALS by Fabian Möckl
«
grün – die Kraft der Sonne mildernd – Blattwerk wie von einem Atemzug – einem Hauch zum Tanz aufgefordert schwingt verhalten – das Blau des Himmels durchscheinend über meinem Körper – entspannt – dunkle Tage vergessen, langsam schmilzt das Eis.

© by Gabriele Fischer “ Under a Tree“, 58 x 42 cm, 2023, Tusche, Aquarell
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