und das aus Aux
Kategorie: Lyras – Words (Seite 4 von 9)
Bei Regen wollte ich Brot kaufen
Blues hält mich in mir fest
wenn ich wieder durch´s Fenster nach draußen in die Sonne sehen kann
kauf ich mir den Soundtrack aus Love Song for Bobby Long
Neulich ist mir in meinem Kiez aufgefallen, dass hier eine neue Ära begonnen hat. Kann sein, dass andere es vor mir bemerkt haben. Mir ist es entgangen. Mein eigener Veränderungsprozess das Älterwerden hat mich beschäftigt. Werde ich schon anders wahrgenommen oder überhaupt mit meiner Individualität noch gesehen?
Das Alter repräsentierte für mich bisher eine alte Frau aus unserem Kiez. Wenn ich sie sah, dachte ich an ein Fossil, das ausgegraben worden war, in dem noch etwas Leben steckte. Von alten Fotografien, die ich mir in meiner Kindheit im Spreewald anschaute, kenne ich die Muhmen, alte vermummte Frauen, die aus einer geöffneten Zeitkapsel entwichen schienen. Große Tücher, dreieckig gefaltet, weit über die Schulter reichend, am Rücken, die Spitze des Tuches, eng am Kopf gebunden, die Haare verborgen. Zerfurchte Gesichter eingerahmt. Lange weite Röcke, darüber Schürzen, Strickjacken, selbst gestrickt auch die Strümpfe. Holzpantinen, eine Kiepe aus Weidenruten, geflochten auf dem Rücken. So bekleidet, nur ohne Kiepe, schlurfte auch die Alte um den Häuserblock, untergehakt bei ihrem greisen Mann in seiner abgewetzten Anzughose, gestreift, mit weitem Bein, eine Bügelfalte konnte man noch erahnen, Strickjacke, darüber eine Weste, Schiebermütze. Miteinander sprechen habe ich die beiden nie gesehen.
Auch sah ich sie von meinem Balkon aus am offenen Fenster ihrer Wohnung alleine ohne ihren Mann sitzen, immer mit Kopftuch. Nachts brannte in ihrem Fenster Licht, das konnte ich bei meiner nächtlichen und frühmorgendlichen Zigarette sehen. Im vergangenen Sommer beobachtete ich Renovierungsarbeiten in ihrer Wohnung, von der Wohnbaugesellschaft ausgeführt. Neue Mieter zogen ein, mit kleinen Kindern.
Beide im Seniorenheim oder verstorben? So spekuliere ich. Vor ein paar Tagen beim Joggen auf dem geraden Weg, der quer durch den Park führt, erkenne ich sie schon von weitem, die Alte, das Fossil. Sie war noch da, als ich an ihr vorbeilief, nickte ich ihr zu, lächelte sie vertraut an. Sie stand da wie ein Denkmal, ihre Augen ausdruckslos, nicht offen für ihre Umgebung, starr in eine andere Zeit zurückblickend.

© by Philipp Wieder- trockene Blätter
Wenn ihr das kleine Land der Dichter und Denker auf der Landkarte sucht, ist es noch zu finden. Lasst euch nicht täuschen.
Fakt: Im Land der Dichter und Denker wurden Künstler in Nervenheilanstalten in Lager gesperrt, in die Flucht getrieben, deren Werke vernichtet.
Heute wird sich mit Gedichten, Erzählungen und Zitaten aus dem Club der toten Dichter geschmückt.
Von Foodporn und geistig Schläfrigen benutzt, ausgeschlachtet, gedruckt und versandt.
Neue Denker und Dichter, die unser Zeitalter spiegeln, Stimmen erheben, sind jetzt schon tote Denker und Dichter.
KI lässt Grüßen.
© by Lyra
Duft von Heu und Blüten begleitet zart den Regen und die Nacht – die Zeit, bunt umrandet, hält ihren Atem an.
Jeder Schritt in Erwartung aromatisiert und leicht – der Winter, mit seinen dornigen Zweigen in die Vergessenheit vertrieben, du bist da.
grün – die Kraft der Sonne mildernd – Blattwerk wie von einem Atemzug – einem Hauch zum Tanz aufgefordert schwingt verhalten – das Blau des Himmels durchscheinend über meinem Körper – entspannt – dunkle Tage vergessen, langsam schmilzt das Eis.

© by Gabriele Fischer “ Under a Tree“, 58 x 42 cm, 2023, Tusche, Aquarell

Düstere Gedanken wie Streukiesel von Bürgersteigen weggeblasen. Tränen zu einem Vergrößerungsglas transformiert. Eine erste kleine Blume zeigt sich zwischen feuchtem, sich auflösendem Laub. Aus blattlosen Zweigen ruft ein Zwitschern nach dem Frühling.
lebt in Albanien. Ein Freund, einige Jahre in Augsburg kreativ mit Atelier, Maximilian Straße.


© all rights reserved by Leonardo Voci

Don Leonardo: Colore d’Amore…
Feine Liebesberührung
Sie sagen Liebe
dass sie süß und sanft ist
auch Rot wie Feuer
wie die Glut des Herzens und der Seele
Genießt die lebendige Liebe
© by Leonardo Voci
Heute
schaue ich auf Bilder von gestern – schöne Aussichten
gelebte Zeit, als Stillleben harmonisch arrangiert
durchlaufenes verborgen
gestern wie ein Funke aus einem großen Feuer der geräuschlos verglimmt
heute – unretouchiert.