Heute
schaue ich auf Bilder von gestern – schöne Aussichten
gelebte Zeit, als Stillleben harmonisch arrangiert
durchlaufenes verborgen
gestern wie ein Funke aus einem großen Feuer der geräuschlos verglimmt
heute – unretouchiert.
bittersüß manchmal provokant
Heute
schaue ich auf Bilder von gestern – schöne Aussichten
gelebte Zeit, als Stillleben harmonisch arrangiert
durchlaufenes verborgen
gestern wie ein Funke aus einem großen Feuer der geräuschlos verglimmt
heute – unretouchiert.
auf der Straße vor dem Haus liegt das alte Jahr, beendet vom Beschuss.
Zwischen. zerbrochenem Glas neben dem Fondue, das die Krähe zum Frühstück pickt.
Fern verpuffen gedämpft traurige Böller, übrig geblieben aus vergangener Nacht.
Eine Sirene heult. Happy New Year
Der Familienhund tollt ausgelassen mit noch leicht tauben Ohren im Park seinen Lieben voraus.
Aus den Hecken wagen sich verhalten kleine Gefiederte zum Neujahresflug.
Birkenstämme leuchten weiß.
Das neue Jahr beginnt eine Reprise zu schreiben.
© by Lyra

© all rights reserved by Gabriele Fischer
Im eisigen Wind des Winters bleiben wir nicht stehen.
Lass uns im Frühling am Fluss treffen.
Der stets voran, nie zurückfließt.
Lass uns im Frühling am Fluss treffen, der Vergangenes sanft weiter treiben lässt und du meine Hand hältst.
© by Lyra- 12.2023
Über Nacht ist es kalt geworden, ich suche meine Handschuhe.
Handschuhsuche wie damals in meiner Kindheit erinnere ich mich.
Vergiss deine Handschuhe nicht“ – ich krame nervös im Schulranzen, finde nur einen Handschuh. Mag auch nicht mehr weiter suchen, es liegt kein Schnee heute am Heiligabend. Enttäuscht darüber laufe ich später neben meiner Oma auf dem ausgetretenen Feldweg über die Brücke in Richtung Stadt zur Kirche am dunklen kleinen Hain vorbei, der mit Schnee wie mit Lichtern hell und geschmückt aussehen könnte, denke ich. Leise bete ich flehend: Bitte lasse es schneien.
Alle Lieder in der Kirche singe ich laut und aus tiefem Herzen, es soll doch schneien. Das runde Kirchenfenster über dem Altar lasse ich nicht aus den Augen – es wird schneien. Als die Glocken die Weihnachtsnacht einläuten, das Wunder – tanzende Schneeflocken wie Federn aus Engelsflügeln vor dem runden Fenster. Lachend und jubilierend springe ich von der Kirchenbank auf – Schnee, Schnee!
Meinen Auftritt in andächtiger Umgebung musste ich später erklären. Bisschen traurig ziehe ich heute meine Handschuhe an, die ich doch noch gefunden habe – Glaube, an Wunder habe ich verloren – wiederfinden, das könnte klappen.
Von draus vom Shoppen komme ich her, ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr. Kerzen und Bomben werden angezündet, Mensch und Tier wie Kerzen ausgeblasen, Weihnachtsgeschenke wiegen schwer in der Hand und auf dem Geldbeutel, und die, die nicht mithalten können, summen kein „O du fröhliche“ oder erst recht.
„Wir schenken uns nichts mehr“, klingen die Worte. Ungläubig lache ich innerlich, das bekommen die meisten nicht mit und nicht hin. Auch wenn die Gans und die Ente dieses Jahr noch teurer sind, und die Mast noch schneller verlief, fühlen wir uns verpflichtet, die Energieverteuerung aufzufangen, um der Wirtschaft höhere Gewinne zu bescheren. Habe ich nichts davon gehört, klingt es überall. Schaue keine Nachrichten mehr.
Moral, das Wort streichen wir im Zuge der Zeitenwende. Scheinheiligkeit liegt in der Zimt- und Vanilleweihnachtsluft. Glühwein und andere Betäubung haben Hochkonjunktur, mir ist zum Heulen. Weich gespülte Worte sind mir nicht eingefallen, jedoch weich genug, um allen fröhliche Weihnachten zu wünschen. Love and Peace!
ich suche die weiße Katze im wiegenden Gras,
das winzige Mädchen in Pink, das ihr sanft über das Fell streicht
finde einen Neubau
ich suche das Morgenlicht, das sich versteckt hat, auch dein Gesicht
mein Lächeln im Regen
ich suche
Black Patti – A little bit Friday
so hell und lichtvoll, habe ich es in keinem Jahr empfunden
drückende Traurigkeit und Wehmut fern – meine Seele frei – überrascht lächele ich
Kein schwanken zwischen Leichtigkeit und Melancholie,
kein ertrinken im Wasser des Nebels
Ich jubele.
Veröffentlicht: KustKulturLiteratur Magazin #kkl

© by Gabriele Fischer- Nebelmorgen-Tusche, Kohle, Acryl, Bleistift, Asche ,75×56 cm
Worte und Texte von Bloggern neben den Gedanken wahrer auf Papier veröffentlichten Schriftsteller belächelt, so ohne Stil und Untief und überhaupt nicht standesgemäß. Wir, nurTipper auch denkend, mit Blick zurück auf Papierverbrennungen, lassen uns die eigene Entscheidungsfreiheit nicht nehmen, mit der Taste delete, ohne das tanzen und johlen der Feuerteufel unser Gedankengut zu exekutieren. Könnte aber auch andere Gründe haben. Wer weiß das schon so genau. Ein Backup auf nicht leicht entflammbares Material behalten wir. Wir lesen, lieben, verehren, halten in Ehren in Hardcover und Paperback verpacktes.
Lyra, eine Papier liebende Bloggerin
Inspiriert durch Ray Bradbury´s Kurzgeschichte mit dem Titel: Fahrenheit (Original: The Fireman veröffentlicht 1951)
Morgendämmerig – gähnende Synapsen warten auf die Wirkung von Koffein, lassen den roten Zaun vor dem Fenster durch die Dunstglocke meiner Gedanken schemenhaft ins Blickfeld. Rot, genau, mit Rotstiftstift die letzten Wochen streichen wie in der Schule, eine Bemerkung am Heftrand, Thema verfehlt. Die Herzregion meldet sich – give it another chance.
© 2026 Lyras Words
Theme von Anders Norén — Hoch ↑