bittersüß manchmal provokant

Kategorie: Lyras – Shorts (Seite 3 von 5)

NeujahrsMorgen

Fern verpuffen gedämpft traurige Böller, übrig geblieben aus vergangener Nacht.

Eine Sirene heult. Happy New Year

Der Familienhund tollt ausgelassen mit noch leicht tauben Ohren im Park seinen Lieben voraus.

Aus den Hecken wagen sich verhalten kleine Gefiederte zum Neujahresflug.

Birkenstämme leuchten weiß.

© all rights reserved by Gabriele Fischer

Frühling am Fluss

Im eisigen Wind des Winters bleiben wir nicht stehen.

Lass uns im Frühling am Fluss treffen.

Der stets voran, nie zurückfließt.

Lass uns im Frühling am Fluss treffen, der Vergangenes sanft weiter treiben lässt und du meine Hand hältst.


Advent Advent

Verschwunden

Black Patti – A little bit Friday

Die Zeit geht und bleibt

Sommer, unser Wiedersehen im Straßencafé – fremd sind wir uns nicht geworden – vergangene Jahre spiegeln uns im Weinglas wider – schnell austrinken – dein Lächeln hat sich nicht verändert.

Warum

hast du mir den Berg im Farbspiel des Abends nie gezeigt, mit seinem leidenschaftlichen Rot, sanftem Gelb das an den schwindenden Tag erinnert. Nur Momente in einen zu kleinen Rahmen gepresst, auswendig erlernte Strophen und deine Vergangenheit lief mit uns Hand in Hand, – ich halte an verwelkten Blättern fest.

Falling Leaves © by James O. Belcher

Rotstift

Morgendämmerig – gähnende Synapsen warten auf die Wirkung von Koffein, lassen den roten Zaun vor dem Fenster durch die Dunstglocke meiner Gedanken schemenhaft ins Blickfeld. Rot, genau, mit Rotstiftstift die letzten Wochen streichen wie in der Schule, eine Bemerkung am Heftrand, Thema verfehlt. Die Herzregion meldet sich – give it another chance.

Herbst

Noch nicht vergessen, die frische, grüne Pracht.

Noch strahlt der Himmel in ruhigem, klarem Blau – wolkenlos.

Die Winde, mild, zart streichend über Äste, Geigenvirtuosen gleich,

entlocken dem Laub hauchzarte Töne im schwebenden Tanz dem Boden entgegen zum Crescendo.

© by Lyra Herbst 2023

Ein bunter Vogel

Schwebend mit augebreiteten, lichtvoll bestrahlten, irisierenden Flügeln von einer betörenden, süßen, hypnotisierenden Melodie angezogen, erkennt den Käfig nicht- als das Lied verstummt- das Federkleid stumpf die Flügel erstarrt- Freiheit- eine sich auflösende Erinnerung.

Regen

wenn Wolken mit der Sonne spielen

sie einholen 

im wilden Spiel aufblähen, verdunkeln – schwerer werden

sich langsam über die Sonne schieben

strahlt die Sonne noch leicht und warm

wissend um den Sieg der Wolken

die ihre Hüllen öffnen 

und Regen als Perlen über Fenster rinnen lassen

auf Blättern winzige Seen entstehen

sehe ich einen Schmetterling mit zarten Flügelbewegungen atmen und Perlen trinken

voller Wunder, diese Welt

Regenperlen © by Lyra August 2023

James- we are friends for a very long Time!

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